Zukunftsfähige Wirtschaft (Teil 5) – Recycling leicht gemacht

Rohstoffe werden zunehmend knapper und teurer, mehr und mehr Produkte werden für den Müll produziert und die Abfallberge wachsen. Zeit, über neue Wege des Recyclings nachzudenken. TerraCycle, ein Unternehmen, das dieses Thema zu seinem Kerngeschäft gemacht hat, war so freundlich einen Gastbeitrag für uns zu schreiben. Herzlichen Dank dafür:

Müll, in welcher Form auch immer, wird stets anfallen. Sei es der Industrie- und Verpackungsmüll der Unternehmen oder der alltägliche Haushaltsmüll, den jeder von uns produziert. Zugegeben, in Deutschland gibt es durch die Dualen Systeme bereits ein flächendeckendes Recyclingsystem, trotzdem wird immer noch ein großer Anteil des im Dualen System gesammelten Mülls energetisch verwertet, also verbrannt, anstatt stofflich recycelt zu werden und natürlich passiert das Gleiche mit dem Restmüll.

Das Unternehmen TerraCycle hat es sich zur Aufgabe gemacht, bisher nicht-recycelbaren Müll von Verbrennungsanlagen fernzuhalten und weiterzuverarbeiten. Das System ist ebenso einfach, wie effektiv. Durch Sammelprogramme werden Konsumenten animiert, bestimmte Arten von Müll zu sammeln, beispielsweise Chipstüten, benutzte Kaffeedisks oder leere Stifte. Die Programme funktionieren am besten an Schulen, Vereinen oder Büros, also dort, wo viel Müll anfällt. Nach vorheriger Anmeldung kann im Internet eine kostenlose Versandmarke ausgedruckt werden. Der gesammelte Müll wird eingeschickt und von TerraCycle recycelt und weiterverarbeitet. So entstehen zum Beispiel Giesskannen, Stiftehalter oder Mülltonnen. Mit dem traditionellen Recyclingsystem in Deutschland, könnten diese Müllarten nicht verwertet werden, da es zu teuer und aufwendig wäre, die einzelnen Materialien zu trennen. Dies umgeht TerraCycle, da der Abfall von Anfang an getrennt in einer Box gesammelt wird, anstatt zusammen mit anderem Müll in der Tonne zu enden.

Das erste Sammelprogramm in Deutschland startete im Jahre 2011. Durch eine Kooperation mit BIC können an Schulen, Universitäten oder in Büros leere Stifte gesammelt und eingeschickt werden. Pro eingesendeten Stift werden dem Einsender zwei Cent gutgeschrieben. Das Sammelteam kann dann entscheiden, an welche wohltätige Organisation der Betrag gespendet werden soll. Damit haben die Sammelprogramme einen doppelten Nutzen.

Die Erfolgsgeschichte von TerraCycle begann 2001 an der Universität Princeton. Tom Szaky, Geschäftsführer von TerraCycle sammelte die Küchenabfälle der Cafeteria seiner Universität, um ihn an Würmer zu verfüttern, die in einem großen Behälter gehalten wurden. Damit reduzierte er nicht nur das Müllaufkommen der Universität, sondern erhielt durch den anfallenden Wurmkot einen ökologischen Dünger. Um diesen auch verkaufen zu können, bat Szaky Schulen in der Umgebung, ihm gegen eine geringe Zahlung leere Plastikflaschen zu schicken, in die er den Dünger füllte. Die Idee von TerraCycle war geboren. Nach und nach wurden Unternehmen darauf aufmerksam, und wollten sich als Sponsor an Sammelprogrammen beteiligten. Mittlerweile agiert TerraCycle in 20 Ländern weltweit und arbeitet mit Marken wie Nestle, Coca Cola und Colgate zusammen. Mehr als 28 Millionen Menschen sammeln weltweit Abfall für TerraCycle.

In Brasilien arbeitet TerraCycle im Moment daran, ein Sammelprogramm für gebrauchte Windeln und Kaugummis zu entwickeln. Geschäftsführer Tom Szaky ist sich sicher, dass es für alle Arten von Müll eine umweltfreundliche Alternative zur Verbrennungsanlage gibt.

Für die Unternehmen, die solche Sammelprogramme unterstützen bieten sich viele Vorteile. Der Kunde honoriert die Anstrengungen der Marke, Müll zu vermeiden. Außerdem entsteht durch die Sammelprogramme eine enge Kundenbindung, die sich nicht zuletzt in den Umsatzzahlen niederschlägt. Viele Unternehmen wollen und müssen in der heutigen Zeit überlegen, wie sie  nachhaltiger werden können. Durch TerraCycle wird ihnen die Möglichkeit gegeben, Nachhaltigkeit mit Kundenbindung und positiver PR Wirkung zu verbinden. Die Kunden freuts, denn sie können sicher sein, dass ihr eingesendeter Müll nicht sinnlos verbrannt wird. Und TerraCycle kommt seinem Ziel, Abfall in Zukunft komplett zu vermeiden, ein Stück näher.

(Juliane Henze und Tobias Meyer)

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