Einmal Nachhaltigkeit bitte!

„Kik, Schlecker und Co wollen wieder ein reines Gewissen haben“. So titelte gestern das Handelsblatt.

In den vergangenen Monaten wurden bei vielen Handelsunternehmen Skandale von schlechten Arbeitsbedingungen bis hin zum Dioxin-Skandal aufgedeckt und der Finger in die offene Wunde gelegt, dass diese Unternehmen den Trend zur nachhaltigen Unternehmensführung schlicht und einfach verschlafen haben. „Allenfalls Einzelpersonen wie der Versandhändler Michael Otto oder Wolfgang Gutberlet, Chef der Supermarktkette Tegut, fielen durch ihr Engagement auf“, so das Handelsblatt.

Die Verbraucher reagieren mittlerweile empfindlich auf diese grob fahrlässigen Fehltritte. Konnten sich die Unternehmen früher noch auf die Taktik des Aussitzens verlegen bzw. bei einem Großteil ihrer Kunden darauf hoffen, dass sie diesen „Ausrutscher“ schnell wieder vergessen würden, so strafen die Verbraucher von heute die Unternehmen mit langfristigen Boykotten.
Dies bestätigt auch die vom Handelsblatt zitierte Studie, die one sustainability kürzlich gemeinsam mit dem Kölner Institut für Handelsforschung (IfH) veröffentlich hat: Wegen schlechter Arbeitsbedingungen boykottierten 13,5 Prozent der deutschen Verbraucher – so ergab eine Befragung unter 1043 Konsumenten – den Textildiscounter Kik, zwölf Prozent die Drogeriekette Schlecker und sechs Prozent den Billigsupermarktbetreiber Lidl. “Solche Negativmeldungen haben einen Nachhalleffekt von über einem Jahr”, berichtete IfH-Chef Hedde dem Handelsblatt.

Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen entdecken gerade immer mehr deutsche Handelsunternehmen das Thema Nachhaltigkeit als Zukunftstrend und „Gewinntreiber“.

Internationale Konzerne –wie Walmart-, die unter verstärkter Medienbeobachtung stehen, haben das Thema Nachhaltigkeit schon lange für sich entdeckt und treiben das Engagement auch aktiv bei ihren Partnern und Zulieferern voran. Diesem Beispiel folgte vor wenigen Tagen auch die Rewe Group mit der Veröffentlichung einer eigenen Leitlinie zur Nachhaltigkeit (one sustainability berichtete). Wir dürfen gespannt sein, was folgt und werden unsere geneigten Leser auf dem Laufenden halten.

Katrin Oppitz

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2 Antworten auf Einmal Nachhaltigkeit bitte!

  1. es ist aber irgendwie bedauerklich, dass nur 13 % diese Anbieter boykottieren; weder Schlecker noch Lidl gehen zimperlich mit ihren MItarbeitern um… Freu mich auf die Fortsetzung des Artikels.

    LIebe Grüße

    Kathrin vom kostblog

    • ko sagt:

      Hallo Kathrin,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, es ist in der Tat bedauerlich. Allerdings muss man sich die Zahlen etwas genauer ansehen. Die im Blog erwähnten Anteile beziehen sich nämlich nur auf die genannten Unternehmen Kik (13%), Schlecker (12%) und Lidl (6%); nicht jeder der Befragten hat sich zu diesen Unternehmen geäußert. Insgesamt haben aber 50% der vom IfH im Rahmen der Studie befragten Personen angegeben, dass sie schon einmal ein Handelsunternehmen boykottiert haben. Ich finde, das spricht für ein gestärktes Verbraucherbewusstsein…aber wir arbeiten weiter daran!

      Viele Grüße
      Katrin

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